Bangladesh – am anderen Ende der Welt

Bevor ich mich entschieden hatte nach Bangladesh zu reisen, hatte ich darüber schon ml die ein oder andere Doku gesehen. Ich war fasziniert davon, einmal eines dieser asiatischen Länder zu besuchen, die nach zivilisierten Maßstäben wirklich am Abgrund hängen. Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wie Menschen heute noch leben müssen, im Zeitalter von westlichem Reichtum, Megafirmen, Millarden-Rettungsschirmen, Prunk, Nobelautos und sonst noch was.

Es gibt auf unserer Erde Länder, die von alledem nichts wissen. Oder eigentlich noch schlimmer – sie wissen davon, und hängen am Anfang der Nahrungskette sogar mit drin. Denn wie sich herausgestellt hat, kommen edle Stoffe von luxuriösen westlichen Bekleidunglabels aus keinem geringeren Land als dem Asiatischen Bangladesh. Und die Verhältnisse der Firmen, in denen die zukünftigen Edelstoffe gefertigt und gefärbt werden, sind oft unter aller Sau. Da muss man sich vorstellen, dass nicht wenige Bangladescher ohne Schutzkleidung und ohne Schutz in jeglicher Form täglich mit körperlich stark mit giftigen Chemikalien in Berührung kommen und ihren Job dann genau so lange machen dürfen bis sie davon krank, also z.B. total verkrebst oder ähnliches sind. Das finde ich die Oberhärte. Ich habe die Einwohner dort als so unendlich gastfreundlich und liebenswürdig erlebt, dass es mich traurig und wütend macht, wie ihre Armut ausgenutzt wird. Und natürlich auch ihre Unwissenheit und rechtliche Schutzlosigkeit. Genau deswegen kaufe ich jetzt selber nur noch Fairtradekleidung, weil ich da relativ sicher sein kann, dass die Stoffe aus menschenwürdigen Verhältnissen stammen. Lieber eine No-Name Fairtrade-Klamotte als ein schickes Luxusteil wegen dem Menschen Krebs bekommen haben und ihre Familie sie verloren hat. Ich fordere mehr Menschlichkeit und mehr Fairnis. Unterstützt Fairtrade! So, das musste mal gesagt werden :). Anonsten ist Bangladesh wunderschön, sehenswert, aber natürlich nur was für Abenteurer.