Rajasthan, das Land der Könige

Einer der im Westen bekanntesten Bundesstaaten Indiens dürfte Rajasthan sein. Mit einer Fläche von 342.239 km² und etwa 68,6 Millionen Einwohnern ist er auch einer der größten und ein wahrer Touristenmagnet. Während der britischen Kolonialzeit wurde Rajasthan übrigens Rajputana genannt, was so viel wie Land der Rajputen bedeutet.

Über zwei Millionen Touristen aus dem In- und Ausland besuchen den bekanntesten Bundesstaaten Indiens Rajasthan jedes Jahr und wollen mehr über seine weitreichende Vergangenheit erfahren. Zahlreiche Reste früherer glanzvoller Königreiche gibt es zu sehen, man kann tief eintauchen in die Geschichte des Landes. In Touristenkreisen sehr bekannt sind die Forts von Mehrangarh, Jaipur oder Jodhpur, sie alleine ziehen tausende von Menschen an.

Mehrangarh imponiert schon von weitem, denn es liegt auf einem 123 Meter hohen Felsen und überragt die Stadt Jodhpur. Die Straße windet sich fünf Kilometer den Berg hinauf. Der Bau wurde 1459 durch Roa Jodha begonnen, später aber immer wieder erweitert. Bis 1943 wurde das Fort noch von der fürstlichen Besitzerfamilie bewohnt.

Aber daneben existieren mehrere tausend Forts, Paläste und andere Gebäude um die sich kaum ein Mensch mehr kümmert. Das Geld ist schlicht nicht vorhanden, sie zu restaurieren und zu erhalten. Vor der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 waren die meisten davon in privater Hand königlicher Besitzer. Die hatten nach ihrer Entmachtung aber kein Geld mehr für den Unterhalt und so gingen die Gebäude an den Staat, der nun seinerseits kein Geld dafür hat.

Ein aktueller Plan sieht nun vor, die historischen Gebäude an Hoteliers zu verpachten um sie durch die touristische Nutzung zu erhalten. Dieses Konzept dieser Heritage Hotels erfreut sich offenbar wachsender Beliebtheit, kann man die historischen Stätten somit nicht nur besichtigen sondern sogar in ihnen wohnen.  Das Klima in Rajasthan ist überwiegend trocken, im Nordwesten des Bundesstaates liegt die Thar-Wüste, die bis nach Pakistan reicht. Im Osten und Südosten gibt es aber durchaus auch fruchtbare Gebiete, dazwischen liegt das Aravalligebirge, das als Klima- und Wasserscheide fungiert.